Betrieb in schwerer Zeit

Die politischen, gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben vorwiegend ungünstig. Eine Ausnahme bildeten hier die ersten Betriebsjahre. Zwei Weltkriege, eine
Hyperinflation und die Weltwirtschaftskrise setzen der Bahn zu.

Der Kleinbahn machte im 1. Weltkrieg und in den Jahren danach u. a. die Zwangsbewirtschaftung von Kohlen zu schaffen. Der für die Dampfloks unerlässliche Brennstoff wurde häufig in zu geringer Menge zugeteilt. Die Folge waren Zugstreichungen und das Durchfahren von Bedarfshaltepunkten. Infolge der schlechten Qualität der zugeteilten Kohlen konnten die Maschinen nicht ausreichend Dampf entwickeln und der Fahrplan war kaum noch einzuhalten.

Im 2. Weltkrieg gefährdete ab 1944 der Luftkrieg das Reisen mit der Kleinbahn. Immer wieder kam es zu Tieffliegerangriffen auf Züge. Tote und Verwundete waren bei Personal und Fahrgästen zu beklagen. Zeitweilig kam der Verkehr tagsüber zum Erliegen und die Fahrten konnten erst mit einsetzender Abenddämmerung beginnen. Züge und Bahnhöfe waren völlig abgedunkelt. Um Verletzungen durch Splitter bei Beschuss zu minimieren, wurden aus den Personenwaggons die Glasscheiben entfernt.